heimwärts!?
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Freitag, 21. Oktober 2016

Dieter Ilg „Mein Beethoven“

Samstag, 22. Oktober 2016

John Scofield „Country for Old Men“

Sonntag, 23. Oktober 2016

John Potter „Amores Passados“


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grenzenlos heimwärts!?

Das völkerverbindende Weltmuskfestival grenzenlos war im Jahr 2000 Mittelpunkt der 850-Jahrfeier des kleinen Marktes am Staffelsee. Seither lädt der Kulturverein Murnau e.V. jedes Jahr herausragende Musiker aus aller Welt zu einem gewählten Thema in den Staffelseeort.


Heimat, Tradition sind in aller Munde und werden vermehrt für viele Menschen zu einem für ihr Selbstverständnis wichtigen lebensbestimmenden Faktor. Die eingeladenen Künstler suchen diese Selbstvergewisserung in der Musik ihrer eigenen Kulturen.
Sie konservieren aber nicht vermeintlich schon immerwährende Traditionen, sondern schöpfen vor dem Hintergrund ihrer persönlichen Biografien und ihrer künstlerischen Sprache aus dem sich ihnen bietenden reichen Fundus und schaffen Neues.


Mit dem Trio um den wohl renommiertesten Jazzbassisten Deutschlands Dieter Ilg, der Band des amerikanischen Gitarristen John Scofield und dem Ensemble des englischen Countertenors John Potter werden ganz unterschiedliche Musiker zu hören sein.


In Murnau begeben sie sich auf eine Reise in ihre ganz persönliche musikalische Heimat und stellen sehr vielschichtige und facettenreiche Annährungen an das diesjährige Thema „heimwärts!?“ vor.


So können wir die kulturellen Wurzeln des deutschen Musikers Dieter Ilg in den Kompositionen von Ludwig van Beethoven entdecken oder dem amerikanischen Jazz- und Fusions Star John Scofield bei in der Umsetzung der Countrysongs Nordamerikas in eine ihm zeitgemäße Sprache folgen. Beide kommen nach Murnau mit Meistern ihres Instruments, so zum Beispiel John Scofield mit Larry Goldings, dem Star an der Hammond-Orgel.


Mit John Potter, dem langjährigen Mitglied des englischen Hilliiard-Ensembles, und seinem Projekt „Amores Pasados“ erleben wir dann zum Abschluß des Festivals eine Umkehrung, denn in stilistisch traditioneller Weise der Musik des 16. Jahrhunderts werden Lieder, die eigens für das Ensemble um John Potter von Rockgrößen, wie Sting, John Paul Jones von Led-Zeppelin und Tony Banks von Genesis komponierte Lieder wurden, auf höchstem Niveau interpretiert.
John Potter war langjähriges Mitglied des englischen Hilliard-Ensembles, das bei uns bestens bekannt ist durch seine Konzerte mit Jan Garbarek und ist ein Garant für exquisite Gesangskunst.


Damit setzt der Kulturverein Murnau e.V. wieder ein Zeichen zur Völker- und Kulturverständigung. Der Bayerische Rundfunk schätzt seit 2004 das kleine, aber feine Festival und zeichnet auch dieses Jahr die Konzerte auf.


Ihr


Thomas Köthe

Im Namen des Kulturvereins Murnau e.V.


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21. Oktober 2016   22. Oktober   23. Oktober

Beethoven einmal anders

Jazz-Bassist Dieter Ilg lässt sich vom großen Meister inspirieren

Mit einem „klassischen Jazzkonzert“ hat am Freitagabend der Bassist Dieter Ilg aus Freiburg das Murnauer Musikfestival Grenzenlos des Kulturvereins eröffnet. Diesmal stand es unter dem Motto „heimwärts!?“. „Mein Beethoven“ hieß das Programm, in dem Ilg und sein Trio sich im Kultur- und Tagungszentrum von Kompositionen des Meisters der Wiener Klassik inspirieren ließen.


Es war schnell klar, dass es sich dabei um seinen ganz persönlichen Beethoven handelte. Aber für manch einen gilt Ludwig van Beethoven dank seiner Klaviersonate op. 32 ohnehin als „Erfinder“ oder zumindest Vorläufer des Jazz.


Ilg, einer der herausragenden Kontrabassisten der Jazzszene in Deutschland, zeigte eine sinnliche und manchmal fast verträumte Art, sein Instrument zu spielen. Geschmeidig bewegte er sich mit seinem Kontrabass, umarmte ihn weit und ließ ihn auch manchmal plappern. Virtuos wurde es, wenn er für einige Augenblicke nur mit der linken Hand spielte oder mit der rechten lässig die linke übersprang. Sein Ton war voll und rund, mal stumpf.


Mal gab Ilg dem Sound ein stampfen oder auch ein Scheppern mit, er verschliff die Töne oder ließ sie klangvoll vibrieren. All das geschah mit einer großen Selbstverständlichkeit, so dass man im Publikum nie das Gefühl hat, hier zeigt einer, was er drauf hat. Dabei konnte man den aufbrausenden Beethoven, der auch für seine Kontraste und Überraschungen in der Musik bekannt war, zeitweise fast vergessen. Manche seiner Melodien, wie die Ode an die Freude aus der neunten Symphonie, fügten sich wie von selbst in die Musik. Die große Fuge war schon sperriger. Begeisternd war auch, wie die Musiker Beethovens „Sturmsonate“ zum Anlass nahmen, einen musikalischen Sturm zu entfesseln. Ins Herz des Publikums spielten sich auch die anderen beiden Musiker. Der aus Montpellier stammende Schlagzeuger Patrice Héral war nicht nur lässig und hingebungsvoll, er spielte auch voller Laune. Rainer Böhm am Flügel stand oft im Vordergrund, nicht nur, weil bei ihm Beethoven am leichtesten zu entdecken war.


Sein Publikum ließ Ilg wissen, dass er wirklich gern in Kleinstädten auftrete. Dort stehe die Kultur noch in voller Blüte. Und eine Blüte ist das Festival grenzenlos schon lange. Kulturreferentin Elisabeth Tworek (SPD) begrüßte das Publikum deshalb auch nicht nur im Namen des Bürgermisters, sondern auch im Namen der Gemeinderäte, die den Etat für das Festival genehmigen. „Die Mittel, die der Kulturverein bekommt, sind bestens angelegt. Und das soll auch so bleiben“, sagte sie.


Heribert Riesenhuber


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21. Oktober   22. Oktober 2015   23. Oktober

Country-Klassiker neu entdeckt

Gitarrist John Scofield heizt dem Murnauer Publikum ein

Ein Wiedersehen mit dem Gitarristen John Scofield gab es bei Grenzenlos am Samstag im Kultur- und Tagungszentrum Murnau. Er war bereits 2014 in Murnau aufgetreten, als das Festival unter dem Thema „Neue Welt“ stand. Diesmal kamen er mit seinem neuen Programm „Country for Old Men". Damit sei natürlich das Publikum gemeint, witzelte Scofield. Viel hat sich in seiner Musik nicht geändert, und das hätte sicher auch keiner gewollt. Klassiker aus rund ein hundert Jahren Country Music stand im Mittelpunkt und doch etwas an Rand. „Mama tried“ war einer der Songs -Scofield ergänzte: „ But we became jazz-musicians anyway.“


Und Jazzmusiker sind sie dann auch in diesem Programm geblieben. Songs wie zum Beispiel „Jolene“ von Dolly Parton, das erst im vergangenen Jahr in einer Version von The HossBoss die Charts gestürmt hatte, klangen in ihrer Interpretation nur noch entfernt nach Country. Scofield und Bassist Steve Swallow, den „old man“ in der Band, kam es überhaupt nicht in den Sinn, den Blick zu lange in der Vergangenheit schweifen zu lassen. Wie gewohnt ließ Scofield sein Instrument singen, manchmal fast unbekümmert, virtuos, manchmal aber auch verzweifelt, wie ein einziger Aufschrei. Zusammen mit den „jüngeren Leuten“, mit Schlagzeuger Bill Stewart und Keyboarder Larry Goldings, genossen sie es, die Atmosphäre im Saal aufzuheizen. Viele der rasanten Soli wurden zum Dialogen, zum Beispiel zwischen Gitarre und Drums.


Der Sound an diesem Abend war immer sehr direkt. Scofields Gitarre stand oft im Vordergrund, aber auch Goldings an der Hammond-Orgel hatte die dynamischen Möglichkeiten seines Instruments immer selbst in der Hand - und das nutze er. Dass für Scofield und seine Band die Countrymusik nicht nur irgendein Anlass zum Musizieren war, spürte man dennoch. Immer wieder machte er auf die Lyrics der Songs aufmerksam, sprach mit Hochachtung von Country-Legenden wie Hank Williams, der Carter Family oder dem Komponisten James Taylor, von dem der „Bartender´s Blues“ stammt - eine der ruhigen Nummern des Abends. Und ganz überraschend, fast wie ein warmer Windhauch aus der Vergangenheit, der über die Bühne wehte, war dann der typische Sound dieser Musik für wenige Augenblicke da. Das Publikum war begeistert von diesem „Country for Old Men“.


Heribert Riesenhuber


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21. Oktober   22. Oktober   23. Oktober 2015

Eine Musik wie auf höfischen Festen

Mit einem eher stilvollem Abend ging das diesjährige Murnauer Weltmusikfestival grenzenlos des Kulturvereins am Sonntag zu Ende. Musik und Texte, die meist in unterschiedlichen Jahrhunderten entstanden waren, brachten John Potter und seine Musiker auf die Bühne des Kultur- und Tagungszentrums. Der musikalische Akzent dieses vierköpfigen Ensembles liegt auf der Musik der Spätrenaissance und des frühen Barock.


Wenn sie singen, denkt man an höfische Feste, aber auch an stille englische Gärten: Zwei Lauten, gespielt von Ariel Abramovich und Jacob Heringman, und zwei Singstimmen, die von John Potter und von Anna Maria Friman. Zusätzliche spielte Anna Maria Friman in manchen Stücken Hardangerfiddel, ein der Violine ähnliches Instrument, das in der Volksmusik Norwegens beheimatet ist. Durch ihre Spielweise ohne Vibrato erinnert der Klang manchmal an eine Drehleier. Der Klang der Lauten ist dem der Gitarre ähnlich.


Ein vielstimmiges Stück aus der Feder des Renaissance-Komponsiten Picforth brachte die Klangschönheit der Instrumente voll zur Geltung. Eine eigene Klangfarbe ergab sich, wenn Potter und Friman gemeinsam im Alt - also eher tiefe Frauenstimme - sangen und sich das Timbre ihrer Stimmen mischte. Potter, der über einen weiten Tonumfang verfügt, konnte auch nach Belieben in die Männerstimme wechseln. Das Besondere an der Musik des Abends war, dass sie zwar klang wie alte Musik, oft aber noch relativ neu war. Und eine andere Besonderheit war es, dass klassische Komponisten ebenso am Werk waren wie Songschreiber aus dem Pop-Buisness.


Das die Musiker die Trennung zwischen „Kunstlied und Popsong“ überwinden, wie es im Programmheft heißt, wurde von den meisten Zuhörern dann aber doch nicht empfunden. Dafür haben sich die Pop-Komponisten sich zu sehr an den alten Vorbildern orientiert. Von Sting stammte etwas der Beitrag „Bury me deep in the Greenwood“, den er ursprünglich für den Film „Robin Hood“ geschrieben hatte. Auch die Stücke von Tony Banks, dem Keyboarder der Gruppe Genesis, fügten sie beim ersten Hören nahtlos in die alte Musik.


Überraschend war da schon, wie Komponisten aus dem 20. Jahrhundert alte Texte vertonten. Einige Titel stammten von dem Engländer Ernest Moeran. Sie brachten Farben und harmonische Besonderheiten in die Musik.


Neben vielen englischsprachigen Liedern brachten die Musiker mit den titelgebenden „Amores Pasados“ auch mediterrane Stimmung in das Programm. Es waren drei traumhafte Stücke mit altspanischen Texten, die John Paul Jones, Bassist der Rockband Led Zeppelin, neu vertont hatte.


Das Publikum, das auch an diesem dritten Abend zahlreich gekommen war, quittierte die hohe Kunst des Singens und Musizierens mit viel Beifall.


Heribert Riesenhuber


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21. Oktober 2015   22. Oktober    23. Oktober

Dieter Ilg „Mein Beethoven“

Dieter Ilg „Mein Beethoven“

Foto: Heribert Riesenhuber


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21. Oktober   22. Oktober 2016   23. Oktober

John Scofield „Country for Old Men“

John Scofield „Country for Old Men“ John Scofield „Country for Old Men“ John Scofield „Country for Old Men“

Fotos: Heribert Riesenhuber


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21. Oktober   22. Oktober    23. Oktober 2016

John Potter „Amores Passados“

John Potter „Amores Passados“ John Potter „Amores Passados“

Fotos: Heribert Riesenhuber


Sinti und Roma

Donnerstag, 25. Mai 2000

Jabulani & Ensemble Neighbours
Thomas Köthe

Freitag, 26. Mai 2000

Kálmán Bálogh & and The Gypsy Cimbalon Band - Ungarn
Loyko - Russland

Samstag, 27. Mai 2000

Joe Bawelino - Gypsy Strings - Deutschland
Titi Winterstein & Ensemble - Deutschland

Sonntag, 28. Mai 2000

Paco Pena - Flamenco Nacht - Spanien

Frei

Freitag, 14. Oktober 2011

Trio Joubran - Palestine / Israel

Samstag, 15. Oktober 2011

Guinga - Brasil

Sonntag, 16. Oktober 2011

Sargio & Odair Assad Family - Lebanon / Brasil

vive la france

Freitag, 12. Oktober 2012

Guy Touvron - Margarita Höhenrieder

Samstag, 13. Oktober 2012

Ballaké Sissoko - Vincent Ségal

Sonntag, 14. Oktober 2012

Michel Godard Ensemble - "Le Concert des Parfums"

songs of freedom

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Barbara Mayr - "songs"

Freitag, 11. Oktober 2013

Alvaro Pierri

Samstag, 12. Oktober 2013

Carla Bley Trio

Sonntag, 13. Oktober 2013

Nguyên Lê - Songs of Freedom

neue welt

Freitag, 17. Oktober 2014

Omar Sosa, Paolo Fresu & Trilok Gurtu

Samstag, 18. Oktober 2014

Guinga & Stefania Tallini

Sonntag, 19. Oktober 2014

John Scofield Trio

fabulieren

Freitag, 16. Oktober 2015

Julia Stemberger & Birds of Vienna / Roland Neuwirth & Extremschrammeln

Samstag, 17. Oktober 2015

Stefano Bollani Trio

Sonntag, 18. Oktober 2015

Rabih Abou-Khalil Quintet

heimwärts!?

Freitag, 21. Oktober 2016

Dieter Ilg „Mein Beethoven“

Samstag, 22. Oktober 2016

John Scofield „Country for Old Men“

Sonntag, 23. Oktober 2016

John Potter „Amores Passados“

voices

Freitag, 13. Oktober 2017

Maria João & Egberto Gismonti

Samstag, 14. Oktober 2017

Maria Pia De Vito - core/coraçao

Sonntag, 15. Oktober 2017

Norma Winstone Trio & Ralph Towner

in real time

Freitag, 19. Oktober 2018

... dedicated to Placidus

Samstag, 20. Oktober 2018

in real time

Sonntag, 21. Oktober 2018

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